Für morgen hat die Kanzlerin zu einem großen Energiegipfel hier in Berlin eingeladen. Dort geht es zum Beispiel darum, wie sicher es weiterhin bleibt, dass aus der Steckdose tatsächlich Strom und aus der Heizung weiterhin Wärme kommt.
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Eigentlich ist alles ganz einfach: Aus Sonne wird Mais. Kühe essen Futter. Mais ist Futter. Kühe machen daraus - ja, nicht nur das, sondern auch ziemlich viel Methangas.Wie eine Kuh funktioniert im Prinzip auch eine Biogasanlage wie die von Bauer Schmutz in der Oberpfalz. Einmal am Tag kippt er zwei Portionen Maissilage in die Anlage. Im Verborgenen wird gerührt, Mikroorganismen verdauen den Mais zu Methangas. Gleich vor Ort wird daraus in einem Blockheizkraftwerk Strom gemacht. Für 1000 Haushalte. Aus dem Bauern als Lebensmittelproduzent wird ein Energielieferant.
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Raus aus der Ökoecke, rein in eine Hightech-Industrie. Das will der Unternehmer Ulrich Schmack. Als Vorstand der Schmack Biogas AG entwickelt und baut er Biogasanlagen. Für morgen hat ihn Kanzlerin Merkel zum Energiegipfel eingeladen.
Ulrich Schmack, Schmack Biogas AG: "Es geht nicht um schlechte, fossile Energieträger und gute, erneuerbare Energieträger. Es geht einfach darum, dass jeder inzwischen weiß, dass eines Tages, wann immer das sein wird, die fossilen Energieträger zu Ende gehen und wir einen möglichst schonenden Übergang - wirtschaftlich schonenden Übergang - haben wollen, von den fossilen Energieträgern hin zu den erneuerbaren Energieträgern."
Das Potential, da sind sich alle Fachleute einig, ist enorm. Bis 2020 könnte Biogas bis zu 15 Prozent des Stromes erzeugen - und damit mehr als die Hälfte der russischen Ergasimporte überflüssig machen. Kein Wunder, dass der Umweltminister beim Energiegipfel vor allem auf dieses Pferd setzen will.
Sigmar Gabriel, SPD, Bundesumweltminister: "Dass die Biogas-Entwicklung und dass die regenerative Wärme der schlafende Riese in der Energieversorgung ist, der in den nächsten Jahren geweckt werden muss, das ist unzweifelhaft."
ichael Glos, CSU, Bundeswirtschaftsminister: "Also selbst, wenn dieses Ziel zu schaffen ist, können wir bis dahin nicht auf andere Energiequellen verzichten, die unsere Umwelt schonen und kein CO² emittieren." Und damit meint er natürlich die Atomenergie.
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Derweil sich die Großkopferten in Berlin noch in den Haaren liegen, werden in Bayern Fakten geschaffen. Hier, auf dem Firmengelände von Ulrich Schmack, entsteht gerade eine neue Biogasanlage - im Auftrag von Eon. Es ist bereits die achte Anlage des Stromgiganten.Eon sieht die Biogastechnologie am Ziel…
Peter Demel, Vorstandsvors. E.ON Bayern AG: "…wenn Biogas über die ganz normalen Gasnetze zu den Verbrauchern und Abnehmern transportiert werden kann. Davon sind wir noch ein Stückchen entfernt, aber dann wird Biogas noch spannender, als es heute ohnehin schon ist."
Genau das ist auch das Ziel von Ulrich Schmack. Immer neue Bakterien und Maissorten probiert er aus, um das Biogas problemlos mit Erdgas mischen zu können.Sein Firmengelände hat übrigens auch einmal Eon gehört - hier stand ein Braunkohlekraftwerk. Tempora mutantur, die Zeiten ändern sich. Nur die Kühe - die haben schon immer gewusst, wie's geht.
Stand: 02.04.2006 19:26 Uhr
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