PROJEKTIERUNG  FINANZIERUNG  BETRIEB

Biogasanlage Arresting

Die Firma Aufwind Schmack GmbH Neue Energien plante nord-westlich von Arresting eine Biomethananlage mit einer Einspeisekapazität von 3,9 Mio. Nm³ Biomethan pro Jahr. Dies entspricht im Wärmeäquvalent, dem Verbrauch von ca. 1.300 Einfamilienhäusern jährlich.

Die Biogasanlage Arresting wird mit einem Energiepflanzenmix aus 40.000 Tonnen Gras, Zwischenfrüchte (Weidelgras, Ölrettich, Phacelia, Senf), kommunaler Grünschnitt, Mais, Zuckerrüben, Sudangras, Zuckerhirse, Sonnenblumen und Ganzpflanzensilage betrieben. Durch Biogas werden die heimischen Früchte im Ackerbau gefördert. Agro-Gentechnik und Gen-Mais kommt nicht zum Einsatz.

Durch den Zwischenfruchtanbau werden die Felder zudem fruchtbarer gemacht. Der Boden bleibt bedeckt (Schattengare) das spart Wasser, fördert die Durchwurzelung und schützt Nährstoff und Boden vor Erosion.Die fermentierten Gärreste stehen als hochwertiger Dünger zur Verfügung und schließen den nachhaltigen Nährstoffkreislauf der Biogasgewinnung.

Das produzierte Biogas wird in der Anlage zu Biomethan in Erdgasqualität gesäubert und ins Erdgasnetz eingespeist. Strom und Wärme können dezentral in einem BHKW erzeugt werden. Die Energieeffizienz entsprechender Referenzanlagen liegt bei ansehnlichen 85%. Der Prozesskreislauf ist CO2-neutral, schützt Klima wie Umwelt und reduziert langfristig den Import fossiler Energieträger.

Arresting – Der ideale Standort für regenerative Bioenergie

Der Ortsteil Arresting ist ein idealer Standort für eine Biogasanlage mit Gaseinspeisung. Eine Erdgasleitung mit Einspeisepunkt läuft direkt westlich an Arresting vorbei.
Für den Energiepflanzenanbau sind bereits im Umkreis von 10 km (ca.15.000 ha) ausreichende landwirtschaftliche Nutzflächen vorhanden. Der Anbau von Mais wird mit einer Fläche von ca. 200 ha, Zwischenfrüchte und Grünland (Donauauen) mit ca. 800 ha eingeplant.
Durch die Zustimmung des Stadtrats Neustadt a. d. Donau zum Aufstellungsverfahren und das überwiegende Wohlwollen der Arrestinger Bürger auf einer Informations-Veranstaltung im August 2007, wurde Aufwind Schmack in der Wahl dieses Standorts weiter bestärkt.

Verkehrskonzept Arresting

Zum Schutz der Anwohner hat Aufwind Schmack ein Verkehrskonzept angeboten, dass den Ausbau bestimmter Straßenabschnitte anbietet und somit die komplette Umfahrung von Arresting sicher stellt.
Die Gemeinde Lobsing wird südlich umgangen und die landwirtschaftliche Verbindungsstrasse zwischen Arresting und Lobsing, anders als im Donaukurier-Artikel vom 11.04.2008 unterstellt, nicht befahren. Die Gespanne „quälen“ sich daher keineswegs durch „verwinkelte Strassen“.

Erntezeiträume

Die Erntezeiträume belaufen sich auf je 5 Tage (von 6-22 h), viermal jährlich. Das bedeutet: insgesamt ca. 20 Tage Erntezeit. Die Ernte erfolgt mit geeigneten landwirtschaftlichen Gespanngrößen.

In den Haupterntezeiten werden ca. 17 t pro Gespann transportiert. Die Haupterntezeiten konzentrieren sich wie folgt:

Mai:    185 Fahrten zur Anlage in Arresting

Juli:    425 Fahrten zur Anlage in Arresting

Sept.:    870 Fahrten zur Anlage in Arresting

Okt.:    870 Fahrten zur Anlage in Arresting

Zerstörung des landwirtschaftlichen WegenetzesWie bereits in vielen Gesprächen zugesagt, wird Aufwind Schmack sich an der Instandhaltung der Wege entsprechend des Verursacherprinzips beteiligen. Die Ernte erfolgt durch Fahrzeuge die einen sehr geringeren Bodendruck erzeugen. Dies verhindert eine Verdichtung der Böden und verringert die Abnutzung des Wegenetzes.

Gärrestausbringung

Die Menge der Gärrestausbringung verringert sich im Vergleich zur geernteten Menge auf Grund der Vergärung um ca. 20% der Substrate und wird nach gesetzlichen Bestimmungen übers Jahr verteilt ausgeliefert.

Geruchs- und Staubbelastung

Im Juli 2007 konnten sich Interessierte Bürger und Bürgerinnen und der Stadtrat von Neustadt a. d. Donau bei einem Besuch unserer Referenzanlage in Pliening bei München persönlich davon überzeugen, das die Geruchsbelästigung durch die eingelagerten Substrate in den Silos gering ist und nach einigen Metern Entfernung nicht mehr wahrnehmbar ist. Die Fermenter sind luftdicht abgeschlossen und der Gärrest ist geruchsneutral. Zudem steht die Anlage über 500 Meter Luftlinie nord-westlich von Arresting auf freiem Feld.

Es liegt im Eigeninteresse der Betreiber die geernteten Energiepflanzen sauber und schnell einzulagern, da dies die Qualität der Stoffe und eine hohe Biomethanausbeute gewährleistet. Nach der Einlagerung werden die Silos sofort wieder abgedeckt. Staubbelastung entsteht während der Erntekampagne durch Straßenstaub, nicht jedoch durch getrocknete Substrate, da in der Biomethananlage ausschließlich frische Pflanzen- bzw. Pflanzenreste verwertet werden. Durch die Umfahrung von Arresting ist die Belastung vernachlässigbar.

Regionales Entwicklungskonzept Landkreis Kelheim

Der Landkreis Kelheim hat in seinem regionalen Entwicklungskonzept Biogasanlagen mit Wärmenutzung, wie die geplante Anlage in Arresting, ausdrücklich befürwortet. Eine solch hochmoderne Biogasanlage mit Gaseinspeisung ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Bioenergieregion Kelheim.

Wie stark das Bewusstsein der Bevölkerung für die Chancen der Bioenergie werden kann zeigt das „Bioenergiedorf Jühnde“. Das ganze Dorf versogt sich heute eigenständig mit Energie aus Biomasse. Hinzu kommt ein reger Bioenergietourismus der das bundesweite Interesse belegt und einen neuen Wirtschaftszweig erschließt. www.bioenergiedorf.de

Biomasse – Der alternativer Absatzmarkt für Landwirte

Energie aus Biomasse schafft eine neue Erwerbsquelle im ländlichen Raum und durch die  Anlagenlaufzeit von 20 Jahren Verlässlichkeit und Risikostreuung für Landwirte. Neben dem Verkauf an Lagerhäuser oder Multinationalen Agrarunternehmen entsteht ein zweiter, lokaler Markt. Regional produzierende Biogasanlagen sind langfristig ein verlässlicher Partner. Denn für die Betreiber spielen Transportkosten und Erntequalität eine große Rolle. Aufwind Schmack betont deshalb immer wieder, wie wesentlich eine dauerhafte Partnerschaft zwischen Biogasproduzent und Landwirten ist.

Biomasse und Vergärung

Die Pflanze wird nicht verbrannt oder vernichtet sondern vergoren. Für die Vergärung werden hauptsächlich Hemicellulosen, gebundener Kohlenstoff, verwertet. Alle Mineralstoffe und die ligninen Kohlenstoffe bleiben vollständig erhalten. Der Gärrest wird zum hochwertigen Dünger. Die Qualität des Gärrestes entspricht Volldünger. Durch die Rückführung, der vorher durch die Ernte entzogenen Nährstoffe, auf die Felder, ist eine Überdüngung ausgeschlossen. Der nachhaltige Stoffkreislauf der regenerativen Energie Biogas schließt sich.

Von einer Tonne angelieferten Substrats bleiben ca. 800 kg erhalten.

Rechtliche Bestimmungen, Dimension und Optik

Die geplante  Biogasanlage wird alle rechtlichen Bestimmungen für eine landwirtschaftliche Industrieanlage erfüllen und ist gegenüber Neustadt a. d. Donau Gewerbesteuerpflichtig.

Die geplante Biogasanlage in Arresting wird laut Aufstellungsplan eine Fläche von 1,6 Hektar bebauen. Für die bebaute Fläche werden die üblichen Ausgleichsflächen verrechnet. Die Höhe der Gärfermente liegt bei ca. 9 Metern. Die Biogasanlage wird nach dem Bau begrünt und mit einem Baumgürtel umpflanzt, der sie in die Landschaft einpasst. Die Kosten tragen die Betreiber.

Laufzeit und Rentabilität der Anlage

Die Anlage ist auf eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt. Bei Einstellung der Produktion erfolgt ein vertraglich festgelegter Abbau der Anlage, sofern keine anderweitige Verwendung durch die Gemeinde gewünscht ist.

Der Betreib der Anlage muss wirtschaftlich rentabel sein. Die Preissteigerung für Substrate auf dem Weltmarkt erfordert deshalb mehr denn je ein langfristig partnerschaftliches Verhältnis von Lieferanten und Betreibern. Die Aufwind Schmack GmbH setzt auf den Anbau effektiver Fruchtfolgen und Bewirtschaftung und damit auf die Erzeugung von mehr Energie auf weniger Fläche.

Die bisherige Verteuerung fossiler Energieträger wird weiter voranschreiten und damit Biomethan in absehbarer Zeit konkurrenzfähig machen.Durch den Betrieb von mittlerweile 22 Biogasanlagen kann Aufwind Schmack zudem auf langjährige Erfahrung zurückgreifen, um die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen durch die Weiterentwicklung der Produktionstechnik, vorausschauenden Betrieb und eine effiziente Ernte- und Lagerlogistik zu steigern.

Entwicklung Biogas und Anbauflächen in Deutschland

Auf 17 Prozent der in Deutschland zur Verfügung stehenden Ackerfläche, ca. 2 Millionen ha, wurden 2007 in Deutschland nachwachsender Rohstoffe angebaut. Davon falllen ca. 1,75 Mio. ha auf Energiepflanzen für die Treibstoff- und Biogasproduktion (Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe).
Für das Jahr 2020 hat sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, den Anteil regenerativen Energien am Primärenergieverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen, der Bioenergie und damit der Nutzung landwirtschaftlich erzeugter Energiepflanzen wird dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

Biogas, Biodiesel und Bioethanol

Eine häufige Verwechslung zwischen den Biokraftstoffen verschärft die emotionale Diskussion um den Anbau von Energiepflanzen.
Biodiesel und Bioethanol werden vorwiegend aus ölhaltigen Pflanzen, wie Raps, Soja bzw. Getreide hergestellt. Seit 2001 ist die Raps-Fläche von 1,1 auf 1,5 Millionen Hektar um fast 50 Prozent gewachsen. Allerdings liegt der energetische Ertrag pro Hektar für Biogas um das siebenfache über Biodiesel und Bioethanol. Die neuen Steuern auf Biodiesel und die Ablehnung der Bundesregierung zur Erhöhung der Bioethanol-Beimischung werden diese Raps-Euphorie 2008 deutlich dämpfen.

Die Produktion von Biodiesel und Biosprit ist zudem um eine vielfaches energieaufwendiger als die Biogasproduktion und keineswegs CO2-neutral. Auch in der Verbrauchseffizienz schlägt Biogas die anderen Kraftstoffe um Längen. So ist der Kraftstoffertrag(als Dieseläquivalent) pro Hektar von Biogas um fast das zehnfache höher als Biodiesel.
Damit ist Biogas in der Produktion günstiger, im Verbrauch leistungsfähiger und  in der Energiebilanz klimaschonend und CO2-neutral.

Nahrungskonkurrenz und Regenwaldzerstörung

Die Steigerung der Nahrungsmittelpreise in den letzten Jahren ist nur teilweise auf den neuen Absatzmarkt der Erneuerbaren Energien zurückzuführen.

„Denn weit über 80 Prozent der Regenwaldzerstörung geht auf das Konto der Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie. Der Anbau von billigen Futtermitteln verdrängt Nahrungsmittel und auch Regenwälder und Moore. Und dabei ist Europa der größte Importeur von Soja aus den Regenwäldern und Deutschland der größte Importeur in Europa.“ (Eingangsstatement von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel  auf der Bundespressekonferenz am 04. April 2008)

Änderung der Welternährung

Zudem haben sich die Welternährungsgewohnheiten, abhängig vom steigenden Lebensstandard in bevölkerungsstarken Nationen, wie Indien und China, einschneidend geändert. Der steigende Fleischkonsum fordert mehr Futtermittel und verschärft die Konkurrenz um Anbauflächen weltweit. So ging ein Fünftel der deutschen Weizenernte 2006 ins Ausland. (Zentrale für Markt- und Preisberichterstattung (ZMP), 2007)

Preisspekulation, Missernten und die EU-Subventionspolitik

Hinzu kommen Preisspekulationen auf dem Weltmarkt, gravierende klimatisch bedingte Ernteeinbrüche und die Folgen der europäischen Subventionspolitik. So trieben die Missernte 2006 und der Exportstopp in Ungarn die Getreidepreise geradezu explosionsartig in die Höhe. Die europäischen Interventionsbestände der EU-Silos waren jedoch bereits geleert, da der Getreideverkauf zum subventionierten EU-Interventionspreis für die Landwirte kaum rentabel war.